coffee to go in Togo

Das wäre also geschafft. 14037 schmerzhafte Radkilometer, 8 platte Reifen und 350 schlaflose Nächte meiner Mutter hat es gefordert und  ich bin  in Togo angekommen.  Das neue DSDS Supertalent ist gefunden, meine Aufgabe hier ist allerdings noch nicht ganz erledigt. Ich muss ja noch einen Kaffee trinken.

Im Juli letzten Jahres bin ich aufgebrochen. Ein Jahr Abenteuer habe ich erlebt und etwa 1.000 Tassen Kaffee in 25 verschiedenen Ländern getrunken. Nur einen Kaffee habe ich noch nicht probiert. Kaffee in Togo.

Ich bin Euch also noch eine Antwort schuldig. Es gilt, die Frage zu beantworten, wie Kaffee in Togo schmeckt und ob der „Coffee to go“ womöglich wirklich aus Togo kommt. Die letzten Tage habe ich keine Kosten und Mühen gescheut und Eimerweise Kaffee getrunken. Hier das Ergebnis.

1) Nescafé olé!

Für meinen ersten Kaffee in Togo zieht es mich in eine der typischen afrikanischen Kaffeebars. Ein Tresen, ein paar wacklige Barhocker und eine Hand voll weißer Plastikstühle. Hinter der Theke steht ein Rasta-Afrikaner, der Spaghetti in die Pfanne wirft, Omelette brät und gleichzeitig auf dem Holzkohlegrill Kaffeewasser für die durstigen Kunden zum Kochen bringt. Reggae-Musik tönt aus den Boxen und ich werde herzlich begrüßt.

Und dann kommt er. Mein erster Kaffee in Togo. Er ist groß und süß und genau wie in all den anderen afrikanischen Ländern zuvor: Nescafé mit einem halben Liter gezuckerter Kondensmilch. Nur etwas für Extremsportler oder Menschen mit griffbereiten Insulinspritzen.

Ein Jahr meines Lebens. 14.037 schmerzhafte Kilometer auf dem Rad. Eine Malariainfektion und ein Fluch… Alles für einen Instantkaffee!

2) Monsieur Caféman

Die Suche nach dem echten Togokaffee geht weiter. In der Stadt treffe ich auf zahlreiche „les cafémans“, die Kaffee und Omelette zu günstigen Preisen verkaufen. Den Kaffee im Plastikbecher gibt es für 100 CFA, etwa 15 Cent. Wie immer ist es ist Nescafé. Immerhin bekomme ich für die Pulvermischung eine ordentliche Show geliefert und Monsieur Caféman mischt den Kaffee vor meinen Augen so lange, bis eine kleine Schaumkrone den Plastikbecher ziert.

Nette Show Monsieur Caféman …

… aber irgendwie noch nicht, was ich gesucht habe.

3) Filterkaffee

Drei Tage und zehn Tassen Kaffee später finde ich endlichen einen Filterkaffee. Dieser kostet 700 CFA, knapp über einen Euro, kommt aber trotzdem nicht aus Togo, sondern aus der Arabica-Mischung irgendwo aus Südamerika.

Filterkaffee. Wir kommen der Sache näher!

4) Coffee to go

Und natürlich gitb es auch „Coffee to go“ in Togo. Dieser wird fachmännisch in einer Tasse zubereitet und dann Afrika-gerecht in eine Plastiktüte geschüttet. Voilá und Wohlbekomms!

Coffee to go in Togo
Coffee to go, auch im kleinen Schwarzen erhältlich

5) Kaffee aus Togo

Und dann finde ich ihn doch! Nach langem Suchen entdecke  ich in einem libanesischen Supermarkt zwei einsame Beutel Kaffeebohnen. Echt aus Togo. Wo genau der Kaffee genau geerntet und produziert wird lässt sich kaum herausfinden. Danyi-Dzogbegan-Togo steht auf der Packung und nach etwas Recherche stelle ich fest, es handelt sich dabei um einen Klosterorden im Nirgendwo, 150 Kilometer von der Hauptstadt Lomé entfernt.

Hm… Klosterkaffee. Ob der wohl Koffein enthält? Aber Klosterfrau Melissengeist hat ja auch Alkohol!

Also dann, echter Kaffee aus Togo. Aus einem Kloster hoch in den togolesischen Bergen. Wie der Kaffee schmeckt weiß ich allerdings noch nicht. Die Kaffeebeutel nehme ich nämlich mit nach Hause und trinke den Kaffee während ich mir irrsinnige Ideen für die nächsten Abenteuer ausdenke und an dem 4Coffe2Togo-Kinofilm arbeite.

Fazit

Egal welchen Kaffee man trinkt in Togo. Und egal, ob er in der Tasse, im Becher oder Plastikbeutel serviert wird, wie in allen anderen westafrikanischen Ländern ist meist Nescafé. Damit ist dieses Rätsel also gelöst.

Und solltet ihr das nächste mal bei McDonalds, Starbucks oder sonst wo einen „Coffee to go“ bestellen und bekommt eine Fußnagelumkehrend-süße Nescafé Fertigmischung in einer Plastiktüte, besteht die Möglichkeit, dass ihr einen echten Kaffee aus Togo erwischt habt. Die Chance ist allerdings gering. Wenn ihr ein solch einmaliges Trinkerlebnis haben wollt, müsst ihr Euch wohl selbst aufs Fahrrad schwingen und hier herradeln. Na dann, viel Erfolg bei der Suche!

11 Responses to coffee to go in Togo

  1. Hallo Sohn, mit den schlaflosen Nächten hast du tatsächlich mal recht. Ich hoffe, es kommen keine neuen dazu. Und ich hoffe, das mit den neuen Abenteuer war ein Witz. Na ja, dank deinen schönen Bildern zu deinen Kommentaren habe ich ein eine Loesung gefunden um dich von irgendwelchen Touren abzuhalten. Kannst du dich an die Ziegen mit dem Stock um den Hals erinnern?????
    Ich hoffe, du kommst gesund zurück und widmest dich, wie deine vernünftigen Freunde, endlich der Familienplanung.
    Wir freuen uns auf dich, Champagner und Desinfektionsmittel und eine grosse Schere (rate mal für welchen Zweck) sind bereitgestellt.
    So, dies war nun mein letzter Kommentar und ich hoffe wirklich sehr, dass mir nicht wieder 350 schlaflose Nächte bevorstehen.
    Gruß Mutter

  2. 😀 sehr schön, der Kaffee im Beutel! Allein dafür hat es sich doch gelohnt. Herzlichen Glückwunsch zu Vollendung deines Abenteuers. Ich hoffe du hast jetzt nicht die Schnauze voll vom Radfahren und man sieht dich demnächst in der Heimat den Kandel hochfahren. Quasi um für das nächste Abenteuer nicht außer Form zu kommen 😉

  3. Hallo Markus, vielen Dank für Deine tollen Berichte. Jetzt freuen wir uns aber auf ein baldiges und gesundes Wiedersehen. Gisela und Hans

  4. Joschka Fischer wird vom Gericht verdonnert, weil er gesagt hatte: „Kohl hat ein Gesicht wie ein Arsch.“ Nach dem Urteil trifft er den Kanzler in der Kantine des Bundestages beim Kaffeetrinken. Fragt er grinsend: „Na, Herr Dr. Kohl, wie schmeckt denn der Einlauf…“

    Bald ist`s so weit:
    Herzliches Willkommen
    in der Welt der Tschibo-Einläufe
    und des €uro-Wahnsinns

    Grüsse vom Christoph,
    der sich fragt, ob Du die Säcke leertrinkst,
    Dir über den Hals schüttest
    oder in die Schnabeltasse kippst?

  5. Ehrlich gesagt war ich ja am Anfang etwas skeptisch, ob du tatsächlich den ganzen Weg bis nach Togo packen würdest… Aber jetzt wo der Kaffee getrunken ist, hast du’s endgültig geschafft – herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Challenge!

  6. Interessant ist es ja schon, das du den Kaffee aus Togo jetzt in Deutschland trinken wirst. Es könnte aber sein, das er dort im Kreise der Familie und nach überstandenem Abenteuer besonders gut schmeckt. Ich hoffe du lässt uns diese Erfahrung auch noch mit dir teilen? Eine gute Heimreise wünschen wir dir. Super gemacht!!!!

  7. Ich ziehe den Hut – Wahnsinnstrip und immer unterhaltsam geschildert. Gute Heimreise und bis bald mal wieder!

    Gruß aus Frankfurt von Felix

  8. Hi Maggi,
    schade, schade, dass deine tollen Brichte nun zu Ende sind!!
    Aber sehr, sehr froh, dass du gut angekommen bist!!!!
    Freue mich auf ein Wiedersehen!
    L.G. Eva

  9. Deine Berichte waren immer sehr interessant zu lesen.
    Ich habe zu Hause vor dem PC gesessen und bin in Gedanken mitgeradelt.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg und weiterhin ein abwechslungsreiches Leben.
    GLG aus Koblenz-Immendorf

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