Abenteuer

Nach 14.037 schmerzhaften Radkilometern, 8 platten Reifen und 350 schlaflosen Nächten meiner Mutter bin ich in Togo angekommen. Einfach war meine Reise durch 26 Länder nicht und neben vielen tollen Erlebnissen hatte ich einige Abenteuer zu bewältigen. Hier die Route, die ich zurückgelegt habe:

 

Zum Warmradeln in die Ukraine

Auf dem Donauradweg nach Osten und durch Südeuropa in Richtung Afrika

Eigentlich wollte ich auf direktem Weg nach Togo radeln. Doch als der Start meiner Tour unaufhörlich näher rückte musste ich feststellen, dass ich überhaupt keine Ahnung hatte vom Leben als Abenteurer: ich wusste weder, wie ich einen platten Reifen flicken, noch wie ich ein Zelt aufstellen solle. Und so bin ich kurzerhand die Donau entlanggefahren – zum Warmradeln.

Meine Strecke führte mich durch DeutschlandÖsterreich und die Slowakei. Auf brüchigen Dammwegen ging es durch Ungarn, Kroatien und Serbien, immer entlang dem blauen Fluss bis nach Bulgarien und Rumänien.

In Rumänien wurde ich von so vielen streunenden Hunden verfolgt, dass ich kurzerhand die falsche Abzweigung nahm und in die Republik Moldau geraten bin. Dort habe ich nach zuviel Wodka und geklautem Rollrasen einen Abstecher in die Ukraine gewagt.

In der Türkei ging es weiter. Mit unzähligen Einladungen zum Tee bin entlang der Küste nach Izmir geradelt. Von dort ging es mit Fahrrad und Fähren am Mittelmeer entlang in Richtung Westen: in Griechenland habe ich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und von zu viel Raki zu spüren bekommen. In Italien habe ich das kriminellste Land der Welt betreten und wurde in Spanien zum Einbrechen gezwungen. Vom südlichen Zipfel Spaniens ging es dann endlich auf den afrikanischen Kontinent.

 

Von Minus 5 bis Plus 50: Marokko und die Sahara

In Marokko habe ich bei Minus 5 Grad auf den Gipfeln des Hohen Atlas gezeltet und bin bei plus 50 Grad durch die Wüste gefahren. Die Westsahara und Mauretanien habe ich per Anhalter zurückgelegt, was als Beifahrer von drei deutschen Autoschiebern allerdings nicht weniger gefährlich war, als die Reise mit dem Fahrrad.

Zelten bei -5 Grad, da wäre es zuhause im Bett wohl angenehmer
Zelten bei -5 Grad im Sommerschlafsack
Die schwarze Teerpiste, durchzogen von Sandverwehungen
Saharadurchquerung bei +50 Grad

 

 

 

 

 

 

 

 

Westafrika: rote Pisten, Hitze und ein Fluch

Per Anhalter durch die Sahara und mit dem Fahrrad durch Westafrika

 

Im Senegal begann das wirkliche Abenteuer mit einer Horde Gazellen und einer Malaria-Infektion und in Gambia wurde ich überfallen.

Mein Mut kehrte zurück, als ich im kleinen Guinea-Bissau meine ersten 10.000 Radkilometer auf dem Tacho stehen hatte.

Im großen Nachbarland Guinea-Conakry habe ich zum ersten Mal einen echten Regenwald betreten und im Bett eines Diktators übernachtet.

In Sierra Leone traf ich auf traumhafte Strände und bewaffnete Rebellen.

In Liberia begengete ich Diamantenjägern, Goldgräbern und Grenzsoldaten, die mich nicht weiterfahren lassen wollten.

Nach einem nicht ganz legalen Grenzübertritt bin ich in die Elfenbeinküste gelangt und gleich verflucht worden. Die Auswirkungen des Fluchs zeigten sich in einer Schlangenattacke, Denguefieber und einer Nahtoderfahrung auf einer Schnellstraße in Ghana.

Als ich nach einem Jahr Fahrradtour endlich in Togo angekommen war, musste ich mich dann nicht nur auf die Suche nach einem Kaffee machen, sondern auch nach einer Voodoohexe, um mich vom Fluch befreien zu lassen.